Im Quartier Latin in Paris leben die vier Künstlerfreunde Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline. Normalerweise fehlt selbst für das Notwendigste das Geld. Doch da Schaunard gerade einen Auftritt als Musiker hatte, kann er seine Freunde einladen. Sie wollen den Weihnachtsabend im Café Momus feiern. Dort trifft der Maler Marcello auf seine ehemalige Geliebte, die exzentrische Musetta. Rodolfo, der zurückgeblieben ist, um noch an seinem neuen Stück weiterzuschreiben, wird von Mimì, einer Nachbarin, unterbrochen, die ihn um Feuer für ihre Kerze bittet. Gemeinsam folgen sie den Freunden ins Café Momus. Nach einigen Monaten wird Mimì krank, und Rodolfo hat Angst, dass er ihr nichts bieten kann und sie sich deshalb trennen sollten. Trotzdem bleiben sie noch bis zum Frühjahr zusammen. Ein weiteres halbes Jahr später trauern Rodolfo und Marcello um ihre verlorenen Lieben, denn Mimì und Musetta haben sich nun doch anderen Männern zugewandt. In diese traurig- larmoyante Stimmung hinein platzt Musetta mit der todkranken Mimì. Um Medikamente zu kaufen und einen Arzt zu finden, ziehen die Freunde los, ihr letztes Hab und Gut veräussernd. Nur Rodolfo bleibt mit Mimì in der Wohnung zurück. Sie erinnern sich an ihre erste Begegnung und gestehen sich erneut ihre Liebe. Doch es ist zu spät.
Der französische Autor Henri Murger beschrieb Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinen «scènes de la vie de bohème» die Lebensverhältnisse der meist mittellosen Künstlerwelt. Sein Entwurf einer genussfreudigen, jedoch entbehrungsreichen freien Lebensart faszinierte den Kom ponisten Puccini und gab ihm Gelegenheit, auch in scheinbar nebensächlichen Momenten mit seiner eindringlichen Musik die berührendsten Momente zu schaffen.
